Schwarzer Tee

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee, oder auch Schwarztee genannt, bezeichnet eigentlich eine bestimmte Variante Tee herzustellen. Im Unterschied zum grünen Tee, werden die Teeblätter hierbei fermentiert. Schwarzer Tee unterscheidet sich aber auch vom Grüntee hinsichtlich der Zubereitung, den Inhaltsstoffen und damit auch in der Wirkung sowie im Geschmack. Einige der genannten Punkte (wie beispielsweise der Geschmack) sind aber auch maßgeblich von der Ziehzeit abhängig. Der schwarze Tee gehört zu den beliebtesten Tee-Sorten in Europa und den USA und wird weltweit am meisten angebaut, insbesondere in China, Indien, Indonesien und Sri Lanka. Insgesamt macht der Schwarztee etwa 98% des Gesamtexports in den Westen aus. Er besticht durch sein würzig-herbes und kraftvolles Aroma und bietet durch seinen Koffein-Gehalt eine gute Alternative zum täglichen Kaffee. Schwarzer Tee entfaltet eine Energie spendende und belebende Wirkung und befreit von Müdigkeit und Trägheit.

Schwarzen Tee gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen, die beliebtesten Sorten sind der kräftige Assam Tee, der erfrischende Ceylon-Tee und der edle Darjeeling-Tee. Jede Sorte erfüllt auf seine ganz eigene Weise den Anspruch des Tee-Genießers.

Anbau von Schwarztee

Herstellung von Schwarztee

Schwarzer Tee wird aus der Camellia Sinensis Pflanze gewonnen. Insgesamt durchläuft der Tee bei seiner Herstellung fünf Verarbeitungsschritte. Die Sorgfalt bei der Durchführung der einzelnen Schritte ist dabei maßgeblich für die Qualität des Tees verantwortlich.

Welken der Teeblätter

Nach dem Pflücken werden die frischen Teeblätter beim Welken in Weidenkörben oder Welktrögen gut belüftet, um den Teeblättern etwa 30 % der Feuchtigkeit zu entziehen. Dadurch werden die Teeblätter für das anschließende Rollen etwas weicher.

Rollen

Ziel des Rollens der gewelkten grünen Blätter ist, die Zellen aufzubrechen und den darin enthaltenen Zellsaft mit dem Sauerstoff in der Luft in Verbindung zu bringen. In diesem Schritt setzt bereits die Fermentation und die Entwicklung ätherischer Öle ein. Das Rollen dauert jeweils ca. 30 Minuten und erfolgt in mehreren Durchgängen. Dazwischen werden die etwas feuchten und zusammengeklumpten Teeblätter mithilfe einer mechanischen Rüttel- und Siebmaschine, dem „Ballbreaker“, ausgesiebt.

Sieben

In sogenannten Rüttelsieben werden die feineren Blätter mechanisch von den gröberen Bestandteilen getrennt. Anschließend wiederholt sich der Prozess und die Teeblätter werden nochmals gerollt und gesiebt. Das sieben dient auch dazu, den „Roh-Tee“ in die verschiedenen Blattgrade zu sortieren.

Fermentieren - Schwarzer Tee entsteht

Das Fermentieren ist der Oxydations- und Gärungsprozess des beim Rollen (siehe weiter oben) austretenden Zellsaftes. Im Tee-Trockner dauert dieser Prozess ca. 2 bis 3 Stunden. In feuchter Luft ohne den Einsatz von Ventilatoren dagegen, dauert es bis zu 24 Stunden. Das noch grüne Blatt wird im Fermentationsraum entweder auf dem Boden, auf großen Tischen oder Wannen mehrere Zentimeter hoch ausgebreitet. Von der richtigen und sorgfältigen Fermentation hängt die Qualität des fertigen Tees maßgeblich ab. Die Fermentation wird dabei vom sog. Fermentationsmeister ständig überprüft. Der Geruch des feuchten Teeblattes spielt dabei eine entscheidende Rolle. Tee welcher nur sehr kurz fermentiert wird, kennen wir als Oolong Tee.

Trocknen

Sobald die Fermentation sozusagen ihren Höhepunkt erreicht hat – erkennbar durch Geruch und einer kupferroten Verfärbung – erfolgt nun das Trocknen. Durch die Zuleitung sehr heißer Luft (um die 85 Grad) wird die Fermentation angehalten. Dieser Prozess dauert ca. 20 Minuten, wobei dem Tee das Wasser entzogen wird und der Zellsaft an dem Tee antrocknet. Die kupferrote Farbe wird zunehmend dunkler bis der Tee schlussendlich schwarz wird. Beim Aufgießen wird der am Teeblatt angetrocknete Saft durch das heiße Wasser aufgelöst und es entsteht ein aromatisches Getränk mit einer leicht rötlichen oder goldgelben Farbe.

Einstufung von Schwarzem Tee

Schwarzer Tee wird in der Regel in vier verschiedene Qualitätsklassen eingestuft. Ganze, unbeschädigte Blätter sind haben dabei die höchste Qualität. Gefolgt von den gebrochenen Blättern (broken Leaves), Blattkrümeln und Teeblattstaub. Teestaub sind die kleinsten Partikel und fallen meist bei der Verarbeitung der höheren Qualitätsklassen an. Blattkrümel und Teestaub eignen sich besonders gut für Teebeutel und ermöglichen, wegen ihrer größeren Oberfläche, eine schnelle und vollständige Extraktion des Tees.

Schwarztee Zubereitung

Die Zubereitungsart des schwarzen Tees entscheidet sowohl über den Geschmack, als auch über seine Wirkung. Dabei gilt: Je besser sich die Teeblätter beim Aufguss im Gefäß entfalten können, umso feiner und gehaltvoller ist die Aromaentwicklung. Deshalb eignet sich die traditionelle Zubereitung am besten. Dafür verwendet man am besten zwei Teekannen. In der einen gibt man die Teeblätter lose hinein und übergießt sie mit kochendem Wasser. Bei einer Ziehzeit von knapp drei Minuten gilt der Schwarztee als anregend, alles darüber hinaus gilt eher als beruhigend. Eine längere Zeit als fünf Minuten lässt den Tee bitter werden. Anschließend gießt man den Tee durch einen Sieb in die zweite (idealerweise leicht erwärmte) Teekanne. Ob man den schwarzen Tee nun in Form von Blättern oder Teebeuteln genießt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Vorliebe. Stillvoller und aromatischer ist mit Sicherheit die traditionelle Variante mit qualitativ hochwertigen Teeblättern.

Weitere Infos über Schwarztee

Weitere Informationen über Schwarzen Tee und Tee im Allgemeinen finden Sie unter Anderem auf den folgenden Webseiten:


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