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Fencheltee

Fencheltee ist neben Pfefferminz- und Kamillentee einer der am meisten geschätzten Kräutertees.1 Und noch dazu ein echtes Multitalent. Die in den Früchten enthaltenen ätherischen Öle können durch ihre antibakterielle Eigenschaft Verdauungsbeschwerden, Magenkrämpfe sowie Atemwegsbeschwerden lindern.

Fencheltee

Fencheltee ist ein hervorragendes Mittel gegen Blähungen und Krämpfe des Verdauungsapparates und wird vor allem bei Kleinkindern und Säuglingen gerne und erfolgreich eingesetzt. Zudem ist es ein bewährtes Hausmittel bei Erkältungskrankheiten wie z.B. Husten. Bei Migräne oder Kopfschmerzen verspricht ein in Fencheltee getränkter Umschlag, den man sich auf die Stirn legt, Linderung. Fenchel Tee eignet sich für alle Generationen, wirkt antiseptisch, appetitanregend, blähungs- und krampflindernd, schleimlösend bei Erkältungen, verdauungsfördernd und ist daher vielseitig einsetzbar. Auf Kinder hat Fencheltee eine beruhigende Wirkung. Von einem regelmäßigen und dauerhaften Verzehr wird jedoch abgeraten (siehe Inhaltsstoffe).

Fenchel (Foeniculum vulgare)

Der Fenchel gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist damit ein Verwandter von unter anderem Anis, Kümmel, Koriander, Dill und Petersilie. Die Pflanze blüht von Juli bis Oktober und hat einen ganz typischen, aromatischen Geruch, der durch die enthaltenen ätherischen Öle (besonders Anethol und Fenchon) hervorgerufen wird. Man unterscheidet allgemein zwischen dem Gewürzfenchel, dessen Früchte (Samen) für Fencheltee oder als Gewürz verwendet werden, und dem Knollen bildenden Gemüsefenchel. Ersterer ist meistens mehrjährig und deutlich frosthärter.

Fenchel ist heute eine weltweit verbreitete Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze. Die Bedeutung des Fenchel als Heilpflanze geht mitunter auf Karl der Große (747 – 814) zurück. Er schätze den Fenchel so sehr, dass er ihn per Erlass in den Krongütern und den Klostergärten seines Reiches anbauen ließ, so heißt es.2

Um die Bedeutung von Fenchel als Arzneipflanze - vor allem in der Kinderheilkunde - zu unterstreichen, haben die Wissenschaftler der Universität Würzburg den Fenchel zur Arzneipflanze des Jahres 2009 gewählt.3

Neben seiner heilenden Wirkung hat der Fenchel auch geschmacklich etwas zu bieten. Davon ist auch Alfons Schuhbeck, der für seine Liebe zu Gewürzen bekannte Sternekoch, überzeugt. Er schreibt: "Heute verabreichen wir Fenchel in Form von Hustenbonbons oder als Tee gegen Magenbeschwerden. Aber nur die wenigsten wissen, welche geschmackliche Fülle sich in seinen Samen verbirgt. Man braucht sie nur zu kauen - schon erlebt man ein kleines Geschmackswunder." 4

Anwendungsgebiet

Fenchelfrüchte enthalten ätherische Öle, denen eine entzündungshemmende, antibakterielle und krampflösende Wirkung zugeordnet wird. Die in den Fenchelfrüchten enthaltenen Wirkstoffe wirken krampflösend im Magen- und Darmbereich, gegen Blähungen sowie schleimlösend bei Husten.

Zubereitung mit Fenchelfrüchten / Fenchelsamen

Verwenden Sie für den Aufguss etwa 1 Teelöfel pro Tasse (200 ml). Zerstoßen Sie die ganzen Früchte vor der Zubereitung im Mörser. Das setzt die ätherischen Öle frei und erhöht damit Wirkung und Geschmack des Tees. Übergießen Sie die zerstoßenen Früchte mit kochend heißem Wasser und lassen es für ca. 10 Minuten ziehen. Anschließend abseihen und genießen. Leicht gesüßt, mit etwas Honig mag ich den Fencheltee am liebsten.

Je nach Qualität und Frische der Früchte werden Sie teils erhebliche Unterschiede in Geschmack und Intensität feststellen. Experimentieren Sie und passen Sie Menge und Ziehzeit den Gegebenheiten und natürlich Ihrem individuellen Geschmack an.

Inhaltstoffe Fencheltee

Fencheltee enthält ätherische Öle wie Estragol und Methyleugenol, die bisher als gesundheitsfördernd betrachtet wurden. Seit einiger Zeit warnt jedoch das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz vor dem regelmäßigen Konsum – vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern. Die natürlichen Inhaltsstoffe Estragol und Methyleugenol seien womöglich krebserregend. "Untersuchungen, die eine konkrete Gesundheitsgefährdung beim Menschen belegen, liegen bisher nicht vor" so das Institut (Quelle). Aus Vorsorgegründen empfiehlt das Bundesinstitut aber auf einen regelmäßigen und dauerhaften Verzehr zu verzichten. Schwellenwerte sind bisher aber noch nicht festgelegt. Wichtig zu beachten ist, dass es nicht auf die Art des Anbaus und dessen Kontrolle ankommt. So enthält auch Bio Fencheltee die genannten Inhaltsstoffe und schließt eine potenzielle Gefährdung daher nicht aus.

Hinweis: Estragol und Methyleugenol kommen nicht nur in Fencheltee sondern auch in Kräutertee und verschiedenen Gewürzen wie z.B. Anis, Basilikum, Estragon, Lemongras, Muskatnuss, Piment oder Sternanis vor.

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Quellenangaben:

  1. 2014 Kräuter- und Früchtetee-Absatz der WKF Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee e.V. 

  2. http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=61 

  3. idw Informationsdienst, Pressemitteilung der Julius Maximilian Universität Würzburg 

  4. Aus "Meine Küche der Gewürze" von Alfons Schubeck, 3. Auflage 2009, Verlag Zabert Sandmann, ISBN 978-3-89883-193-2 

Artikel geschrieben von Martin Günther, zuletzt geändert am 25.06.2015.